
Liebe Schwestern und Brüder im Pastoralen Raum Paderborn Süd-Ost,
liebe Gemeindemitglieder von St. Elisabeth, St. Kilian, St. Meinolf, St. Margaretha, Maria zur Höhe und St. Hedwig.
Seit Mai 2010 sind die beiden Pastoralverbünde Paderborn-Süd und Paderborn-Süd-Ost-Dahl näher zusammen gerückt: sie stehen unter einer Leitung. Das Pastoralteam, das sich wöchentlich zum Dienstgespräch trifft, besteht aus drei Priestern einem Diakon und zwei Gemeindereferenten: Benedikt Fischer, Pfarrer und Leiter, Norbert Mania, Pfarrer mit Aufgaben als Pastor im Pastoralverbund,Thomas Choinski, Vikar, Hans-Friedrich Sauerland, Diakon, Sabine Heßbrügge Gemeindereferentin und Gunther Landschütz, Gemeindereferent. Immer nehmen wir im Dienstgespräch alles sechs Gemeinden in den Blick, wenn auch die Unterschiedlichkeit der „alten“ Pastoralverbünde oft eine getrennte Vorgehensweise erforderlich macht.
Auch in der Gremienstruktur sind die Gemeinden zusammen gerückt. Beide Verbünde haben jeweils einen Gesamtpfarrgemeinderat. Die Belange der Gemeinden vor Ort werden in eigenen Runden diskutiert, die im Südverbund „Gemeindeausschüsse“ heißen und im Ostverbund „Gemeindeteams“.
So wird etwa die Gestaltung der Adventszeit im jeweiligen „Gemeindeausschuss“ oder „Gemeindeteam“ besprochen und geplant, wobei der gemeinsame Messplan Tagesordnungspunkt des Gesamtpfarrgemeinderates ist.
Beide Gesamtpfarrgemeinderäte haben den Messplan in den vergangenen beiden Sitzungen jeweils diskutiert. Wir haben festgestellt, dass die Anzahl der gefeierten Messen nicht mehr der Anzahl der Messbesucher entspricht. In einer Kirchengemeinde wurde schon seit längerer Zeit von den Gläubigen angesichts der geringen Messbesucherzahl formuliert: „Wir müssen dringend eine Messe streichen!“
Die Feststellung, dass in jeder der sechs Gemeinden eine Messfeier am Sonntag weniger stattfinden kann, ohne dass es Platzprobleme gibt, wurde überall eingesehen.
Die Anzahl der Priester ist theoretisch groß genug auch für ein sehr komfortables Messangebot. Unseren Verbünden sind ja einige Priester zugeteilt, die Diözesanaufgaben haben, aber am Wochenende durchaus für eine Messfeier bei uns zur Verfügung stehen, auch natürlich für Werktagsmessen. Darüber hinaus gibt es Pensionäre, die sich wacker einsetzen und manche Lücke im Messplan ganz selbstverständlich füllen. Dafür können wir nur sehr dankbar sein.
Gleichwohl kann die derzeitige Messplanung sich nicht darauf stützen, dass alle Priester immer da sind. Priester in Diözesanaufgaben sind nicht jeden Sonntag für uns einsetzbar. Pensionäre sollten nicht immer zwingend und automatisch mit eingesetzt werden müssen. Kurzum: an manchen Wochenenden war es bislang nur unter großen Schwierigkeiten möglich, alle Messfeiern stattfinden zu lassen. Das darf kein Dauerzustand bleiben, und das muss es ja auch gar nicht.
Wichtiger als ein komfortables Messangebot mit vielen Zeiten, ist eine Zusammenführung derer, die sonntags zur Messe gehen. Ich habe deshalb die Diskussion um den Messplan angestoßen, weil mir wichtig ist, dass wir in der Sonntagsmessfeier die Gottesdienstbesucher versammeln und sie nicht auf mehrere Messen aufteilen. Sonntags sollte man doch schon von der Fülle der Besucher her den Eindruck haben, dass man in einer Sonntagsmessfeier sitzt. Wichtiger, als vielen ihre Lieblingszeiten für den Sonntagsgottesdienst zu ermöglichen, ist die Sammlung der Gottesdienstteilnehmer zu einer festlichen Feier. Dazu braucht es eine gewisse Anzahl von Mitfeiernden und auch den Priester, der die Messfeier gut vorbereitet. Eucharistiefeier am Sonntag ist ja vom Ursprung her die Zusammenkunft der Schwestern und Brüder der Gemeinde zur gemeinsamen Feier des Herrenmahles. Die Gemeindemitglieder kommen natürlich nur zu einem kleinen Prozentsatz, aber dies noch einmal durch zwei oder gar drei Messen aufzuteilen, ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn die Platzkapazitäten nicht ausreichen. Auch bei den Diensten der Laien in der Liturgie werden die Kapazitäten geringer (Organisten, Messdiener, Lektoren, Chöre...). Ich bin deshalb der Ansicht: bündeln wir die Kräfte und die Möglichkeiten, dann ist eine würdige Gestaltung viel leichter möglich.
In den beiden Gesamtpfarrgemeinderäten ist dieses Thema sehr ausführlich diskutiert worden. Es sind alle Gründe hin und her bewegt worden. Am Ende war klar: wir brauchen nicht mehr all die Messfeiern, wie ehedem. Und wir treffen mit einer Entscheidung immer Menschen, die gerade diese Messfeier als die "Ihre" auserkoren hatten. Wir wissen, dass solche Veränderungen immer schmerzliche Prozesse bedeuten. Vielleicht müssen wir auch Wanderungsbewegungen in die Innenstadt wahrnehmen. Da aber ab 2014 auch St. Liborius zum Pastoralen Raum dazu kommt, ist das dann auch "unser" Gebiet. Und: keine Veränderung ist für die Ewigkeit. Veränderungen gehören mit zu einem lebendigen Organismus.
Ab 1. Februar 2011 wird es folgendes verändertes Messangebot geben:
Vorabendmesse:
17.00 Uhr St. Elisabeth
17.00 Uhr Maria zur Höhe
18.30 Uhr St. Margaretha, Dahl
Sonntag:
08.15 Uhr St. Vincenz (Frauenklinik)
08.30 Uhr St. Hedwig
09.30 Uhr St. Meinolf
09.45 Uhr St. Veronika (Altenzentrum)
10.30 Uhr St. Elisabeth
10.00 Uhr Maria zur Höhe
11.00 Uhr St. Kilian
11.00 Uhr St. Hedwig
Wir sind der Meinung, dass dieses Messangebot ein Fülle von Möglichkeiten bietet. Ein Schwerpunkt liegt bei den familienfreundlichen Zeiten am Sonntag. Wir haben dabei das enorme ehrenamtliche Engagement in der Familienliturgie im Blick, das wir weiterhin bestärken wollen. Gerne können auch andere Gruppierungen der Gemeinden die Messfeiern am Sonntag mit gestalten. Es ist immer ein Gewinn, wenn viele an der Liturgie beteiligt sind. Vor allem freuen wir uns über das jugendliturgische Angebot der „Jungen Kirche“ in St. Kilian.
Der ein oder andere wird sich auf den Weg in eine andere Kirche des Pastoralen Raumes machen, vielleicht mehr als bisher. Bei unserer hohen Mobilität ist das für die meisten kein Problem. Weiterhin aber findet jeder und jede auch in der eigenen Pfarrkirche eine Sonntagsmessfeier.
Es gibt weitere Veränderungen: für die meisten Messfeiern am Werktag ist es nicht sinnvoll, die Kirche in der kalten Jahreszeit aufzuheizen. Sinnvoll ist, Energie zu sparen und synergetisch zu nutzen.
Oft sind am Werktag unter zehn Gottesdienstbesucher anwesend. Es gibt in einigen Gemeinden deshalb die Entscheidung, die Messfeier am Werktag in einem kleineren Raum (in der Kirche oder im Pfarrheim) zu feiern. Diese Umstellung wird in den Gemeinden St. Meinolf (es bietet sich die Kapelle links neben dem Chorraum dafür an), St. Elisabeth (Pfarrheim) und St. Kilian (Pfarrheim) vorbereitet. In Maria zur Höhe finden sie bereits im Pfarrheim statt. Natürlich gilt das nicht für Beerdigungen, Trauungen etc., nur für die Messfeiern mit regelmäßig kleiner Beteiligung.
Bei allen Überlegungen geht es um eine würdige Feier der Eucharistie. Wir hoffen, dass dies unter den beschriebenen Veränderungen weiterhin möglich ist, vielleicht mit größerem Potential.
Wir denken, dass wir für die nächsten Jahre diesen Messplan so aufrecht erhalten können. Dennoch sind wir uns bewusst: Nichts ist so beständig, wie die Veränderung.
Wir wünschen und erhoffen uns weiterhin viel Engagement und Leidenschaft für die Gemeinden vor Ort. Ebenso freuen wir uns über jede Öffnung der Ortsgemeinde auch für die anderen Gemeinden im Pastoralen Raum. Wir sind uns sicher, dass Gottes Geist eher für Einheit als für Abgrenzung, eher für Zusammenführung als für Spaltung steht. Deshalb glauben wir auch, dass wir mit diesen Überlegungen im neuen Pastoralen Raum Süd-Ost einen guten Weg begonnen haben.
Wir freuen uns über eine, wenn auch kritische, Rückmeldung von Ihnen:
Norbert Mania, Pfarrer
Sabine Heßbrügge, Gemeindereferentin
Gunther Landschütz, Gemeindereferent
Hans-Friedrich Sauerland, Diakon
Thomas Choinski, Vikar
Für das Pastoralteam
Benedikt Fischer, Pfarrer